Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Nachrichten und umfassende Hintergrundinformationen zum Bau der Nord-Süd Stadtbahn Köln, zu Bauverlauf, Streckenführung, Schildvortrieb, Architektur und Archäologie und vielen weiteren Themen. Wöchentlich stellen wir Baustelleninfos zu allen Baubereichen ein, damit Sie immer über den neuesten Stand der Arbeiten informiert sind und erfahren, wie es weitergeht. In der Bildergalerie bieten wir Ihnen weitere Einblicke ins Baugeschehen.
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Durchbruch, Ausbruch und Aufbruch
bei der Nord-Süd Stadtbahn
Rund ein Jahr lang haben die Tunnelbohrmaschinen Tosca und Rosa gebraucht, um die Tunnelröhren für die Nord-Süd Stadtbahn Köln zwischen Bonner Wall und Kurt-Hackenberg-Platz aufzufahren. Jetzt werden die Röhren in einigen Baubereichen wieder abgebrochen.
Querschlag nennen die Fachleute das, was wir hier mit Durchbruch, Ausbruch oder Aufbruch bezeichnen. Der größte Aufbruch dieser Art, den es bei der Nord-Süd Stadtbahn gibt, ist der unter dem Chlodwigplatz. Unter Druckluft, mit der das Grundwasser aus dem Baubereich herausgehalten wurde, wurde das Erdreich zwischen den seitlich neben der Baugrube liegenden Tunnelröhren auf einer Länge von 90 Metern abgegraben.
Dann wurden die Schlitzwände der Baugrubenumschließung und die Tunnelröhren auf der gesamten Länge aufgebrochen. Bevor das möglich war, musste innerhalb des Tunnels jedoch erst eine sogenannte C-Schale gebaut werden. Sie verstärkt den Teil der Tunnelröhre, der nach dem Ausbruch stehen bleibt.
Entstanden ist eine große Halle, in der sich später in rund 17 Metern Tiefe ein Bahnsteig befindet, der 18,50 Meter breit ist. Auch die südlich gelegene Verteilerebene unter dem Kreisverkehr des Chlodwigplatzes sowie die fünf Ausgänge, die von hier an die Oberfläche führen, sind schon im Rohbau fertig.
Ähnliche Arbeiten werden zurzeit an den zukünftigen Haltestellen Rathaus und Kartäuserhof durchgeführt, wo gerade die Durchbrüche von der Baugrube zu den Tunnelröhren gemacht werden. Statt mit Druckluft wird hier das anstehende Grundwasser aus der Baugrube herausgehalten, indem man das Erdreich zwischen Baugrube und Tunnelröhren vereist.
Nachdem die Erde und das darin befindliche Wasser gefroren sind, werden die stahlbewehrten Schlitzwände der Baugrube mit riesigen Schneidrädern an den dafür vorgesehenen Stellen aufgeschnitten, die Erde zu den Tunnelröhren hin abgegraben und die Tunnelröhren aufgestemmt und abgebrochen. Die Teile der Röhren, die stehen bleiben, wurden ebenfalls zuvor aus dem Tunnel heraus mit C-Schalen versehen.
Auch an der Haltestelle Severinstraße wird unter Vereisung gearbeitet. Der Ausbruch erfolgt hier - ebenso wie beim Chlodwigplatz - auf ganzer Länge des Bahnsteigs. In circa 20 Metern Tiefe unter dem Perlengraben wird eine Bahnsteigebene mit einer Breite von 18 Metern entstehen.
Auf ganzer Länge der Haltestelle abgebrochen wurden die Tunnelröhren, die Tosca und Rosa Meter für Meter aufgefahren haben, in der Haltestelle Heumarkt. Die benötigte Baugrube, 3500 m² groß, wurde in offener Bauweise hergestellt und dann abgedeckelt, so dass der Verkehr oben weiterlaufen konnte.
Anders als bei den anderen Haltestellen führen die Tunnelröhren in diesem Bereich nicht seitlich an der Baugrube vorbei, sondern mitten durch sie hindurch. Die Bahnen werden hier in rund 23 Meter Tiefe nicht durch die Röhren fahren, sondern rechts und links des 13 Meter breiten Mittelbahnsteigs durch die großzügig gestaltete Halle.