Ansichten der vier Haltestellen
Ansichten der vier Haltestellen


Ein weiterer Schritt im KVB-Künstlerwettbewerb ist getan:
Die Jury ermittelte zehn Kandidaten für die finale Runde.

Nachdem im Herbst 2007 durch eine namhafte Jury das Bewerberfeld von 40 international renommierten Künstlern definiert wurde, haben 32 der ausgewählten Teilnehmer Ende März ihre ersten Entwürfe eingereicht. Die 15köpfige Beurteilungsjury tagte Ende April 2008 und wählte nach intensiver Diskussion zehn der eingereichten Entwürfe aus. Die jeweiligen KünstlerInnen bzw. Künstlergruppen sind nun eingeladen, ihre Konzepte als Modelle weiter zu entwickeln und auf die konkreten Kriterien hin zu überprüfen. In einer zweiten Jurysitzung zu einem späteren Zeitpunkt werden die Ergebnisse dieser Weiterentwicklung zu bewerten sein. Das Verfahren bleibt bis zur Entscheidung anonym.

Kriterien der Entscheidung waren:

1. Künstlerische Qualität und Originalität der grundsätzlichen Idee zum beabsichtigten Wettbewerbsbeitrag
2. Erkennbare Auseinandersetzung mit dem gegebenen örtlichen Kontext
3. Einbindung der künstlerischen Idee in das Bauwerk
4. Technische und wirtschaftliche Machbarkeit
5. Dauerhaftigkeit des oder der Kunstwerke unter Berücksichtigung des Stadtbahnbetriebs

Die Juryvorsitzende Dr. Ulrike Groos (Direktorin Kunsthalle Düsseldorf) zu der Entscheidung bzw. zur Bewerbungslage: „Wir begrüßen das Ergebnis sehr. Von der politisch-kritischen Auseinandersetzung über formal-ästhetische Lösungen bis hin zu subtilen, auch ironischen Interventionen mit Überraschungseffekt: Die intensive Diskussion mündete in eine Auswahl, die die unterschiedlichsten künstlerischen Herangehensweisen an diese spezielle Aufgabe widerspiegeln." In der folgenden zweiten Jurysitzung werden aus den Überarbeitungen und Weiterentwicklungen der Ursprungsentwürfe die letztendlichen Gewinner ermittelt. Damit die Objektivität gewahrt bleibt, erfährt auch die KVB erst nach Abschluss des Auswahlverfahrens am Ende des Jahres, vom wem die Beiträge stammen. Vor der letztendlichen Umsetzung in den Jahren 2010/ 2011 werden eine Ausstellung und eine Dokumentation die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren.

Der Bau der Nord-Süd-Stadtbahn schreitet zügig voran. Die noch unsichtbare „Stadt unter uns“ wird nach Inbetriebnahme zugänglich sein. Acht neue Haltestellen der Nord-Süd Stadtbahn, jeweils von verschiedenen namhaften Architekten gestaltet, avancieren dann zu Schauplätzen für künstlerische Projekte. Neben der archäologischen Zone wird der KVB-Künstlerwettbewerb mit Sicherheit zur Attraktivität des städtisch-kulturellen Angebots für Bürger wie für Touristen beitragen und in den Kölner „Untergrund“ locken. Denn „die Stadt unter uns“ soll mehr sein als eine angenehme Wartezone für Fahrgäste. Ziel ist es, mit einem international beachteten Kunstprojekt ein neues kulturelles Highlight für die Kunststadt Köln zu schaffen. Einwohner und Besucher sollen nicht nur für den Umgang mit Kunst im städtischen Raum sensibilisiert werden, ihnen soll auch ein neuer Blickwinkel auf bzw. unter die Stadt geboten werden.

Der internationale Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung, an dem sich in der ersten Phase mehr als 200 Interessenten bewarben, wurde von den Kölner Verkehrs-Betrieben bereits im Herbst 2007 ausgeschrieben. Ziel dieser Ausschreibung ist es, die unterirdischen Funktionsräume zu einem neuen künstlerisch geprägten Erfahrungsraum zu gestalten. In einem ersten Auswahlverfahren wurden zunächst 27 Künstler bzw. Künstlergruppen ermittelt. 13 weitere namhafte Künstler, wie Hans Haacke oder Lawrence Weiner, wurden ebenfalls eingeladen, sich zu beteiligen. Im November unternahmen die insgesamt 40 Bewerber im Rahmen eines Kolloquiums eine Ortsbegehung der unterirdischen Baustellen und entwickelten daraufhin ihre ersten Ideen.

Das Teilnehmerfeld in der ersten Phase:

Ausgewählte Künstler:
Thomas Bayrle | Angela Bulloch | Hans-Peter Feldmann | Liam Gillick | Tue Greenfort | Katharina Grosse | Jeppe Hein | Carsten Höller | Jannis Kounellis | Studierende der KHM Betreuung, Prof. Mischa Kuball | Joep van Lieshout | M+M | Fabian Marcaccio | Olaf Metzel | Paul Morrison | Tatzu Nishi | Susan Philipsz | Tobias Rehberger | Werner Reiterer | RELAX (chiarenza&hauser&co) | Christine Rusche | Michael Sailstorfer | Gregor Schneider | Rolf Walz | Johannes Wohnseifer | Peter Zimmermann | Heimo Zobernig

Zugeladene Künstler:
Barenbrock+Osterwald | Guillaume Bijl | Ceal Floyer | Doris Frohnapfel | Hans Haacke | Stefan Hofmann | Peter Kogler | Thomas Schönauer | Stefan Sous | Joelle Tuerlinckx | Birgitta Weimer | Lawrence Weiner | Eusebius Wirdeier

Die Beurteilungsjury:
1. Dr. Hans-Georg Bögner, Kultursprecher der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln
2. Dr. Lothar Theodor Lemper, Vorsitzender des Kulturausschuss des Rates der Stadt Köln
3. Ralph Sterck Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln
4. Peter Sörries, Kultursprecher der Fraktion B 90/Grüne im Rat der Stadt Köln
5. Barbara Hess, Freie Kuratorin und Publizistin, Vorsitzende des Kunstbeirates der Stadt Köln
6. Kai Mettelsiefen, Architektin, Mitglied des Gestaltungsbeirates der Stadt Köln
7. Prof. Georg Quander, Kulturdezernent der Stadt Köln
8. Kaspar Kraemer, Architekt
9. Jürgen Minkus, Architekt
10. Prof. Moritz Küng, Freier Kurator
11. Rita Kersting, Kunsthistorikerin und freie Kuratorin
12. Dr. Barbara Engelbach, Kuratorin Museum Ludwig, Köln
13. Christian Posthofen, Gastprofessor an der Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg
14. Dr. Ulrike Groos, Direktorin Kunsthalle Düsseldorf
15. Walter Reinarz, Vorstandsmitglied der Kölner Verkehrs-Betriebs AG KVB

Auswahljury des Bewerbungsverfahrens:
Prof. Dr. Stephan Berg, Direktor Kunstmuseum Bonn; Kurt Ebbers, Künstler; Prof. Dirk Löbbert, Künstler, Mitglied Kunstbeirat Stadt Köln; Walter von Lom, Architekt; Johannes Schilling, Architekt; Josef Rüenauver, Mitglied Gestaltungsbeirat Stadt Köln; Marko Bida, KVB

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